Sie sind hier: Tourismus > Geschichte

Geschichte

1128
Pommernherzog Wartislaw drängt von Osten über die Peene. Mit ihm kommt Missionar Otto von Bamberg, er soll die Lutizen bekehren. Sie wehren sich, doch ihr Gott Gerovit hält sich bedeckt. Bald steht die erste christliche Kirche.

1200
Die Klöster rufen, die Siedler kommen. Neben slawischen Wieken entsteht ein deutscher Markt. Lutizen und Deutsche handeln und leben fortan miteinander. Diese Mischung wird Bestand haben.

1295
Das Herzogtum Pommern reicht vom Darß im Westen bis zur Danziger Bucht im Osten und Pasewalk im Süden. Wolgast ist fortan Sitz des Herzogs von Pommern-Wolgast. Auf der Halbinsel im Strom entsteht bis
1625 ein mächtiges Herzogschloss. Die Burganlage wird befestigt, der Strom um sie herumgeführt. Die Schlossinsel entsteht.

1648
Der Dreissigjährige Krieg ist offiziel zu Ende. Pommern war einer der hauptkriegsschauplätze. Traurig erklingt das Lied " Maikäfer flieg " mit der Zeile " Pommernland ist abgebrannt". Wolgast wird im Friedensvertrag dem schwedischen Königreich zugeschlagen. Das Morden hört dennoch nicht auf, für Jahrzehnte nicht. Noch haben Altstadt und Schloss die Wirren überstanden.


Blick auf Wolgast mit dem alten Herzogschloss (Schlossinsel)

1675
Die Brandenburger beschiessen das Schloss. Ein Treffer in der Pulverkammer, und das Symbol der alten Herzogstadt ist zerstört. Wenig später schlägt die Pest zu. Schon viermal hatte sie es hier versucht, 1710 ist sie richtig erfolgreich: Ununterbrochen knattert  der Leichenwagen über das nächtliche Pflaster. Die Häuser der Wolgaster stehen noch.

1713
27. März. Wieder herrscht Krieg, damals der Nordische. Die Schweden haben Altona zerstört. Als Vergeltung wollen russisch-preussische Truppen jetzt das schwedische Wolgast einäschern. Die Logik des Krieges. Den russischen Befehlshaber von Staff mag dies gedauert haben,  doch man führt nur Befehle aus. Das Anlegen der Fackel sollte Wolgast den Todesstoss geben.

Wären da nicht diese hartnäckigen Einwohner: Lutizen und Deutsche, längst sind sie eins. Zwar stark dezimiert, geben sie dennoch nicht auf. Die wenigen Überlebenden des vergangenen dunklen Jahrhunderts bauen
ihre Stadt mit grösster Zähigkeit wieder auf. Die Ruine des Schlosses, dem einstigen Stolz Wolgasts, wird den Bewohnern von den Schweden als Steinbruch für neue Häuser überlassen. Das Geld reichte allerdings nicht, um einen neuen Stadtgrundriß zu entwerfen. Zum Glück. Einzigartig in ganz Vorpommern  entsteht auf den alten Fundamenten eine fast geschlossene spätbarocke Stadt. Das Rathaus von 1718 bis 1724 ist markanter Zeuge für diese Zeit.

1815
Es geht voran. Rund 200 Jahre Schwedenzeit in Pommern sind zu Ende. Wolgast wird preussisch. Handel und Seefahrt gelangen zu neuer Blüte. Die Stadt  lebt auf. Wer heute Wolgast besucht, geht auf den engen
Strassen des Mittelalters, erbaut mit Gebäuden der frühen Neuzeit aus zum Teil mittelalterlicher Bausubstanz, genutzt im Geiste der Gegenwart. Unter dem Pflaster verbirgt sich unverbrannt Wolgasts Geschichte.
Keller aus mächtigen Felsbrocken erbaut, verschüttete Tunnel quer durch die Stadt, der Legende nach bis hinüber zur Schlossinsel. Charme und Unverfälschtheit der Alstadt als Ergebnis der Zerstörung von
1713. Jede Ecke, jeder Grundriss ist Lutizenstadt und moderne Urbanität zugleich. Eine Stadt, die Historie und modernes Leben vereint. Wolgast hat oft verloren:

Menschen, Gebäude, seine Stellung als Verwaltungssitz in der Schwedenzeit. Zuletzt 1747 den Rang als wichtigste Hafenstadt im Oderdelta an das nahe Swinemünde, das heutige Swinoujscie. Eines hat Wolgast nicht verloren:

Die Kraft aus der Ruhe des Stromes zu ziehen, gepaart mit Selbstbewusstsein  und Willenskraft seiner Bewohner. Gute Grundlage, um auch die Herausforderungen der Zukunft erfolgreich zu meistern. Die schwere
Kindheit sieht man Wolgast nicht an.



undefinedzurück

Nach oben